Die hinterlüftete Fassade
Unter den verschiedenen Varianten der Fassadendämmung wird die Fassaden-
dämmung mit Hinterlüftung in Fachkreisen als optimalste Ausführungsweise angesehen. Die Anbringung ist einfach und auch ein nachträglicher Einbau,
zum Beispiel bei einem Altbau ist meist realisierbar.
Aufbau einer Fassadendämmung
mit Hinterlüftung
Die Fassade besteht aus mehreren Schichten, die aufeinander aufbauen:
- Direkt auf das Mauerwerk wird die sogenannte Grundlattung aufgeschraubt.
- Zwischen die Lattung wird der mineralische Dämmstoff eingebaut,
die Dämmstärke richtet sich nach den Vorgaben aus dem Energieeinsparungs-
nachweis.
- Auf die Grundlattung wird die Konterlattung gebaut, die Träger für die Fassadenbekleidung sind. Der Hohlraum zwischen den Konterlatten ist die Belüftungsebene.
- Schließlich werden die Fassadenplatten angebracht, die dem Gebäude die gewünschte Optik verleihen und gleichzeitig als Wetterschutz für Wärmedämmstoff und Außenwand dienen.
Die Funktionen bei der hinterlüfteten Vorhangfassade sind klar getrennt.
Die Fassadenplatten schützen vor Regen, Wind und Schnee. Die Belüftungsebene sorgt dafür, dass Feuchtigkeit wieder abgeführt wird.
Wichtiges Bauteil – Die Belüftungsebene
Entscheidend für eine schadensfrei funktionierende Fassadendämmung mit Hinterlüftung ist die Belüftungsebene. Die Luft muss vertikal von unten nach oben zirkulieren können Um dies abzusichern, ist die Konterlattung unbedingt senkrecht anzubauen, am unteren und oberen Abschluss der Fassade müssen Lüftungsöffnungen vorgesehen werden. Um das Eindringen von Insekten und kleinen Tieren in die Wärmedämmebene zu verhindern, wird ein Gitternetz vor den Lüftungsschlitzen angebracht.
Die Belüftungsebene hat insbesondere folgende Aufgaben:
- Regenfeuchte die eindringt, kann abtrocknen.
- Oberflächenfeuchte, die sich auf der Verkleidung niederschlägt, wird abgetrocknet.
- Abtrocknung der Oberflächenfeuchte, die sich durch die entstehende Tauwasserfeuchte an der Unterkonstruktion absetzt
- Abführung von Wasserdampf. Dieser diffundiert durch die Wandkonstruktion von innen nach außen; bei Fassadendämmungen ohne Hinterlüftung kommt es hier häufig zu Schäden, da der Wasserdampf dort als Tauwasser ausfällt.
Vorteile der Vorhangfassade
Fassadendämmungen mit Hinterlüftung wurden von der Stiftung Warentest im Energie-Sonderheft Wärmedämmung als bauphysikalisch optimale Variante der Außenwanddämmung bezeichnet.
Die Vorteile liegen auf der Hand:
Die hohe Dämmwirkung bewirkt eine große Einsparung an Energie und damit an Heizkosten und Emissionen. Die Wärmespeicherkapazität des Außenmauerwerks wird in vollem Maße ausgeschöpft, in den Räumen herrscht durch angenehm temperierte Wände ein gesundes Wohlfühlklima. Durch den Schutz der Wand vor Temperaturschwankungen wird die Bausubstanz geschont. Risse und Spannungen im Mauerwerk werden vermieden. Die Fassadendämmung mit der Extrutherm Titanium Fassade ist durch die hohe Oberflächenstabilität langlebig, bietet dauerhaften Wärmeschutz und braucht kaum Wartung.
Die richtige Dämmstoffstärke
Wie stark die Dämmung für die hinterlüftete Fassade gewählt wird, sollte bereits bei der Planung der Fassade gründlich überlegt werden. Denn einmal eingebaut, ist eine Veränderung der Dämmdicke nicht mehr möglich. Werden Neubauten gedämmt, dann sollte der Niedrigenergiehausstandard als Orientierung dienen.
Die Dämmschichtdicke für mineralische Dämmstoffe liegt dann allerdings zwischen 20 und 30 cm. Bei der Altbausanierung werden Dicken von 12 bis 14 cm anvisiert.
Die Mehrkosten für eine dickere Dämmung sind im Vergleich zu dem Nutzen für die Heizkosten und die Umwelt kaum relevant und schlagen etwa mit ein bis drei Euro pro m² Wohnfläche zu Buche. Deshalb der gute Rat: Lieber eine zu dicke als eine zu dünne Dämmung wählen!
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